Netze im Überblick

Facebook

Soziale Netze

Netze im Überblick
  • Internetadresse: www.facebook.com
  • Gründung: 4. Februar 2004
  • Eigentümer: Mark Zuckerberg
  • Registrierte Mitgliederanzahl weltweit: 2,2 Milliarden (Stand Juni 2018)
  • Mindestalter: 13 Jahre

Facebook ist zwar das größte, aus Sicht des Datenschutzes aber auch eines der fragwürdigsten Netze!

Vor allem im Jahr 2018 gab es zahlreiche Schlagzeilen über Facebook in den Nachrichten, weil die Daten von Nutzern nicht richtig geschützt waren und in falsche Hände gelangt sind. Das klingt natürlich nicht sehr vertrauenswürdig. Wie bei allen sozialen Netzwerken solltest du deshalb gründlich überlegen, ob du Facebook überhaupt nutzen möchtest. Und wenn du dich dafür entscheidest, überlege gut, welche Informationen du von dir preisgibst.

Um dich dabei zu unterstützen, zeigen wir dir hier, was du selbst tun kannst, um deinen Account nach momentanem Stand so sicher wie möglich zu machen.

Da sich bei Facebook nun aber nahezu täglich etwas ändern kann, kontrolliere auf jeden Fall auch immer selbst, ob die folgenden Angaben noch aktuell sind! Selbstverständlich bleiben auch wir am Ball und versuchen, unsere Rubrik Facebook so oft wie möglich auf den neuesten Stand zu bringen.

Datenrichtlinien - Was hat sich geändert?

Profil-Einstellungen

Ein neu erstelltes Facebook-Profil bietet leider nicht automatisch den besten Schutz für deine Informationen. Deshalb solltest du unbedingt als erstes deine Einstellungen ändern.

Grundeinstellungen nach der Anmeldung

Gib niemals dein E-Mail-Kennwort auf anderen Webseiten ein!
Facebook möchte, dass du deine E-Mail-Adresse und dein Kennwort deines E-Mail-Kontos eingibst.

Was passiert, wenn du deine E-Mail-Adresse mit Kennwort eingibst?
Facebook durchsucht dein Adressbuch, das du in deinem E-Mail-Konto hinterlegt hast, nach den Kontakten, die noch nicht bei Facebook angemeldet sind und schickt diesen dann eine Einladung zu.

Du gibst hierbei nicht nur deine eigenen Daten heraus, sondern auch die deiner Freunde und Bekannten! Also zum eigenen (Daten-)Schutz und dem der anderen: FINGER WEG!

Sicherheit und Login

So sicherst du dein Facebook:

1. Klicke oben rechts auf das Dreieck.
2. Gehe auf "Einstellungen".
3. Wähle links den Punkt "Sicherheit & Login" aus. 

Hacker versuchen immer wieder, Kennwörter zu knacken und sich damit bei deinen Benutzerkonten einzuloggen. Um das zu verhindern, solltest du auf jeden Fall sichere Kennwörter verwenden. Damit du trotzdem direkt merkst, wenn mal was faul ist, haben wir folgenden Tipp für dich:

  1. Scrolle runter zu "Erweiterte Sicherheitseinstellungen".
  2. Klicke unter "Erhalte Anmeldungswarnungen bei Logins über unbekannte Geräte" auf "Bearbeiten".
  3. Stelle jetzt ein, wie du benachrichtigt werden möchtest, wenn es einen ungewöhnlichen Login-Versuch mit deinen Benutzerdaten gibt.

Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du dann noch die zweistufige Authentifizierung verwenden. Was heißt das? Wenn du dich mit einem neuen Gerät bei Facebook einloggst, musst du zusätzlich zu deinem Kennwort noch einen Code eingeben, der dir zum Beispiel per SMS zugeschickt wird. Wenn Hacker also dein Kennwort geknackt haben, kommen sie ohne den Code trotzdem nicht in deinen Account.
Und so geht's:

  1. Scrolle wieder rauf zum Bereich "Zweistufige Authentifizierung".
  2. Klicke unter "Verwende die zweistufige Authentifizierung" auf "Bearbeiten".
  3. Klicke auf "Los geht's" und gib dein Facebook-Kennwort nochmal ein.
  4. Wir empfehlen dir jetzt, die Option "SMS" auszuwählen, denn das geht leicht und schnell.
  5. Gib deine Handynummer ein.
  6. Du bekommst jetzt eine SMS mit einem Bestätigungscode, den du auf der Facebook-Seite eingeben musst.
  7. Wenn du den Code eingegeben hast, ist die zweistufige Authentifizierung eingerichtet.

Privatsphäre-Einstellungen

Jeder von uns hat ein Recht auf Privatsphäre, vor allem auf Facebook. So kommst du hin:

1. Klicke oben rechts auf das Dreieck.
2. Gehe auf Einstellungen.
3. Wähle links den Punkt „Privatsphäre“ aus.

Am sichersten sind deine Informationen natürlich immer, wenn du sie mit möglichst wenig Leuten teilst. Oben siehst du deshalb, welche Einstellungen wir dir zu den einzelnen Unterpunkten empfehlen. Je weniger Details du über dich öffentlich machst, desto schwieriger ist es auch für Kriminelle, deine Identität zu stehlen, indem sie zum Beispiel einfach eine gefälschte Kopie von deinem Profil erstellen. Wenn du die Überprüfung von Markierungen in Beiträgen aktivierst, weißt du außerdem immer, welche Infos, Bilder oder Videos sonst noch so über dich im Netz kursieren - auch wenn sie gar nicht von dir gepostet wurden.

Chronik und Markierungen

Unter "Chronik und Markierungen" kannst du bestimmen, wer Inhalte wie Statusmeldungen, Fotos und Videos, die du täglich postest, sehen darf.

Auch hier denke gut nach, wer was von dir sehen darf. Besonderes Augenmerk solltest du auf Daten legen, die von deinen Freunden über dich hochgeladen wurden. Sind da irgendwelche brisanten Fotos, Videos oder dergleichen dabei? Dann empfehlen wir dir: Unbedingt sofort und unwiderruflich löschen lassen! Denk mal drüber nach, was passiert, wenn ein zukünftiger Arbeitgeber diese Inhalte von dir sieht.

Auch hier empfehlen wir dir wieder folgende Einstellungen, damit du auf der sicheren Seite bist:

Personen und Anwendungen blockieren

Wenn du von Personen, Anwendungen oder Einladungen in Facebook genervt wirst, kannst du diese blockieren. Dazu musst du auf "Blockieren" gehen und die gewünschte Person, Anwendung oder sämtliche Veranstaltungseinladungen blockieren.


Wenn du eine bestimmte Person blockierst, kann der- oder diejenige dich weder mithilfe der Facebook-Suche finden, noch kann er dein Profil sehen oder mit dir auf Facebook in Kontakt treten.

Apps und Websites

Apps bei Facebook bieten dir die Möglichkeit, Spiele wie z. B. Farmville oder Angry Birds zu spielen. Du solltest dir jedoch genau überlegen, ob du überhaupt Apps nutzen willst. Viele Anbieter spionieren mit diesen Anwendungen deine Daten und die deiner Freunde aus.

Wenn du trotzdem nicht auf die Apps verzichten möchtest, beachte bitte folgende Tipps für die Einstellungen: 

Unter "Apps und Websites" findest du auf Facebook eine Übersicht deiner Apps, die mit Facebook verknüpft sind. In unserem Beispiel ist das Feld leer, weil wir keine Apps verknüpft haben. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, regelmäßig auszumisten, falls du verknüpfte Apps nutzt. Klicke jeweils neben der App auf „Bearbeiten“, um zu sehen, was genau die App darf. Das ist manchmal leider ganz schön viel. Das geht vom Sammeln deiner gesamten Daten bis hin zum Veröffentlichen von Nachrichten in deinem Namen, ohne dass du davon etwas merkst. 

Schau hier also genau nach, was du der App erlauben willst. Einiges kannst du ihr verbieten: Klicke auf das „x“ neben der Erlaubnis, um diese zu entfernen. Bei manchen Apps kannst du bestimmte Funktionen leider gar nicht entfernen. Dann solltest du dir überlegen, ob es ein bisschen Spiel-Spaß wert ist, dass der App-Anbieter z. B. weiß wo du wohnst oder Nachrichten in deinem Namen posten darf.

Unter dem Punkt "Werbeanzeigen" links gibt es außerdem auch noch jede Menge Einstellungen dazu, wie deine Informationen für Werbung genutzt werden dürfen. Auch hier gilt: Gib Facebook und den Werbepartnern so wenig Rechte wie möglich, deine Informationen zu nutzen!

 

Dein Facebook-Alltag

Ob Facebook-Party, der "Gefällt mir"-Button oder das ganz normale Posten: Überall lauern Fallen, in die du leicht tappen kannst. Die folgenden Dinge sollen dir den Alltag bei Facebook erleichtern.

Posten - Was ist zu beachten

Empfehlungen zum Posten:

1. Wenn du postest, dann auch nur mit der Einschränkung "Freunde", nicht "Öffentlich"! Dann besteht zumindest ein minimaler Schutz vor unliebsamen Überraschungen.

2. Möglichst wenig persönliche Angaben, Fotos oder Kommentare einstellen, denn nicht jeder muss zu jeder Zeit wissen, was du gerade warum und wo machst! Du sagst ja auch nicht immer jedem persönlich Bescheid, wenn du z. B. weg gehst, oder?

Der "Gefällt mir"-Button

Der „Gefällt mir“-Button bei Facebook. Jeder kennt ihn, viele nutzen ihn. Doch keiner außer Facebook weiß, was er denn genau macht. Was bekannt ist: Klickst du darauf, aktiviert Facebook im Hintergrund so genannte Cookies auf deinem Rechner. Cookies sind kleine Programme, die dein Surfverhalten anhand deiner IP-Adresse speichern und in diesem Fall an Facebook übertragen. Facebook verknüpft diese Daten mit deinem Profil und erstellt ein Verhaltensmuster – ähnlich wie die Polizei bei einem Verbrecher, den sie aufspüren wollen. Facebook weiß also durch die Verknüpfung dieser Daten über dich bestens Bescheid.

Der "Gefällt mir"-Button ist rechtlich zwar geduldet, jedoch sehr umstritten. Das Problem ist, dass nicht nur Daten von Facebook-Nutzern, sondern von allen, die auf den Button klicken, gespeichert werden. Was Facebook mit deinen Daten dann macht, wissen nur sie selbst. Unser Tipp: Nach jeder Facebook-Sitzung einfach die Cookies im Webbrowser löschen.

Gesichtserkennung

Die Gesichtserkennung bei Facebook ist dafür da, dass sie alle Bilder verknüpft, auf denen eine bestimmte Person zu sehen ist. Okay, soweit so gut. Doch was kann da schiefgehen?

Ein Beispiel: Eine junge Frau sonnt sich im Urlaub am Strand. Am gleichen Strand ist eine Gruppe Freunde, die sich gegenseitig fotografieren. Auf ein paar dieser Fotos ist das Mädel nur mit Bikinil im Hintergrund zu sehen. Die Gesichtserkennung von Facebook hat sie erkannt und diese Fotos dann automatisch allen Freunden der jungen Frau empfohlen. Das ist natürlich nicht so toll, vor allem, da das Mädchen auch gar nicht gefragt wurde.

In den Einstellungen kannst du das unter "Gesichtserkennung" deaktivieren.

Veranstaltungen richtig erstellen

Damit du bei deiner Party nicht aus Versehen Hunderte oder Tausende Facebook-Freunde vor der Tür stehen hast, solltest du beim Erstellen einer neuen Veranstaltung darauf achten, dass du eine private Veranstaltung erstellst, denn so können nur Personen die Veranstaltung sehen, die du auch selbst eingeladen hast. Sonst kann es schnell zu ungeahnten Ausmaßen deiner Party kommen.

Datensammelwahn

Facebook Datensammelwahn
Wiener Student Max Schrems deckt auf

Der Wiener Jurastudent Max Schrems hat von Facebook seine Daten von drei Jahren Facebook Nutzung angefordert. Das erschreckende Ergebnis: Eine 496 MB große PDF-Datei voll mit 1222 DIN-A4-Seiten persönlicher Daten und noch vieles mehr! Wie schon von vielen vermutet, sammelt Facebook alle möglichen Daten. Doch was der Netzwerk-Gigant noch alles sammelt, überraschte selbst Max Schrems. Längst gelöschte Daten, die eigentlich nicht mehr da sein sollten. Schrems erstattete daraufhin in 22 Punkten Anzeige gegen Facebook.

Die Verhandlungen fanden im Landgericht Wien statt. Im Juni 2015 erklärte sich das Gericht für nicht zuständig und wies die Klage daraufhin aus formellen Gründen ab. Max Schrems war zu diesem Zeitpunkt sowohl privat, als auch aus beruflichen Zwecken im Sozialen Netzwerk unterwegs. Er hätte deshalb nur in seiner Heimat Wien klagen dürfen, wenn er Facebook nur privat genutzt hätte.

Daraufhin schaltete Schrems den irischen Datenschutzbeauftragten ein, der aufgrund des Safe-Harbor-Abkommens die Überprüfung der Vorwürfe ablehnte. Das Abkommen ermöglichte seit 15 Jahren europäischen Unternehmen die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA.
 
Nach der Ablehnung ging Schrems weiter zum obersten irischen Gerichtshof. Auch hier wurde der Fall weitergereicht, an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Am 06.10.2015 war es dann soweit, die Richter des EuGH erklärten das Abkommen für ungültig, denn viele der Daten waren in den USA nicht sicher und das ist ein Verstoß gegen den Datenschutz.  

Aber Achtung, ändern wird sich für Facebook-Nutzer wahrscheinlich wenig. Wer den AGB zustimmt, gibt sich auch automatisch damit einverstanden, dass seine Daten in den USA gespeichert werden.

Weitere Infos und aktuelle Berichte findest du auf der Seite von Max Schrems unter www.europe-v-facebook.org/

Verhaltenskodex

An folgende Regeln solltest du dich auf Facebook halten:

  • Du darfst keine Texte, Bilder etc. schreiben bzw. hochladen, die gegen das Gesetz verstoßen oder einer anderen Person schaden.
  • Alle deine Texte, die gegen die 1. Regel verstoßen, werden entfernt und du kannst verwarnt oder gelöscht werden.
  • Du darfst das "Facebook"-Zeichen oder Zeichen, die diesem ähnlich sehen, nicht ohne schriftliche Erlaubnis von Facebook verwenden.
  • Du darfst keine Ausweispapiere oder wichtige Finanzinformationen hochladen.
  • Du darfst keine anderen User ohne deren Erlaubnis auf Bildern markieren.

Unter https://www.facebook.com/communitystandards findest du eine genauere Beschreibung sowie die Möglichkeit einen Verstoß zu melden.

Nadine betreut:
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